Das alte
Töpferhandwerk im Osnabrücker Land - mit einem
Wörterbuch der Hagener Töpfersprache
Die volkstümliche Keramik gehört zu
den
sachvolkskundlichen Bereichen, die lange von der Forschung
vernachlässigt worden sind. Wenn überhaupt, so wurde das
keramische
Objekt aus formalästhetischer Perspektive betrachtet. Die
Möglichkeit
und Notwendigkeit, nicht nur den Gegenstand an sich, sondern auch sein
geschichtliches Umfeld zu erforschen, wurde nicht gesehen.
Buchtitel, Gewichtung und Reihenfolge der
sieben Kapitel machen
deutlich, daß der Verfasser, Leiter der volkskundlichen Abteilung
des
Kulturgeschichtlichen Museums Osnabrück , einen anderen Weg geht
und
damit einer noch recht jungen Forschungsrichtung folgt.
Fragen zum Handwerk, zu seiner Geschichte und
Technologie, zu den
Ausübenden dieses Handwerks, ihrer Arbeit und sozialen Stellung
und
schließlich zu den Produkten werden behandelt. Das Erzeugnis wird
in
erster Linie auf seine Funktion hin befragt: Welche Gefäße
wurden wann,
wo, von wem, zu welchem Zweck und mit welcher Bezeichnung verwendet,
welche Bedeutung hatten sie im Leben
des Verbrauchers? Diesen Fragestellungen schließt sich eine
Analyse des
Dekors an, seiner verschiedenen Techniken, seiner stilgeschichtlichen
Beziehungen und Wandlungen bis ins 20. Jahrhundert.
Grabungsmaterial, Archiv- und Feldforschungen,
eine seit 1973 im
Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück aufgebaute umfangreiche
Sammlung
und die Inventarisation privater Bestände ermöglichten
gesicherte
Aussagen und führten zu neuen Erkenntnissen.
Eine Besonderheit dieses Buches ist das
*Wörterbuch der Hagener
Töpfersprache*. H. Herkenhoffs Aufzeichnungen vor 1919 wurden nach
1972
von E. H. Segschneider zu einem rund 350 Wörter umfassenden
Verzeichnis erweitert. Damit ist die inzwischen fast vergessene
Berufssprache der Hagener Töpfer vollständig erfaßt und
für die
Nachwelt dokumentiert worden.
1990 brachte
eine Probegrabung südlich des Negenborner Wegs am Kühner
Feld die Reste einer mittelalterlichen Töpferei zutage.
Detailreich geschilderte Grabungsgeschichte mit vielen Abbildungen,
Beschreibung der mittelalterlichen Töpferei inklusive Probekeramik
und
Testbränden.